Heike G. ist ein sehr lebhaftes und wissbegieriges Kind und sozial schon früh sehr kompetent. Die kleine Heike sehnt sich sehr danach, Zeit mit ihren Freunden zu verbringen und wie sie ausgelassen draußen im Wald zu spielen. Ihr Vater leidet an Multipler Sklerose, sitzt im Rollstuhl und ist frühberentet. Er bittet sie häufig, bei ihm zu Hause zu bleiben, ihm Gesellschaft zu leisten und „etwas Ruhiges“ mit ihm zu machen, z. B. Schach zu spielen. Die anderen Kinder brauchen sie nicht, sagt er der kleinen Heike, er hingegen brauche sie sehr.

Die erwachsene Frau G. ist beruflich sehr erfolgreich und eingebunden. In ihrer freien Zeit widmet sie sich vorrangig dem Kontakt zu den Eltern. Sie ruft den Vater jeden Abend an und besucht die Eltern so oft wie möglich, auch in ihrem Urlaub. Ihr neuer Partner fordert mehr gemeinsame Zeit zu zweit mit Frau G. ein, was bei ihr starke Schuldgefühle gegenüber dem Vater auslöst, der „ohne mich nicht sein kann“.